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Anträge Mai 2024


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Gemeinsam für eine starke frühkindliche Bildung: Der Weg zur Weiterentwicklung der Kitas

17. Mai 2024

Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion

Trotz des enormen Ausbaus der Kindertagesbetreuung in den letzten Jahren stehen wir in Stuttgart nach wie vor vor großen Herausforderungen. Es ist unbestreitbar, dass der Ausbau von Kitaplätzen in unserer Stadt erhebliche Fortschritte gemacht hat. Dennoch müssen wir uns eingestehen, dass tausende Kinder weiterhin ohne einen adäquaten Kitaplatz sind. Besonders prekär ist hierbei die Situation von rund 790 Kindern über vier Jahren, die vergeblich auf einen Platz in einer Kita warten. Deshalb ist es richtig, dass sich die Stadtverwaltung mit vielen Beteiligten auf den Weg eines Weiterentwicklungsprozesses begeben hat.

Für uns als Sozialdemokrat*innen ist die Kita der Platz, wo alle Kinder die ersten Schritte im Leben gehen - unabhängig von Herkunft, unabhängig von den Eltern und den Sorgen, der Zeit und den Ressourcen, die diese haben. Ein entscheidendes Ziel dieses Prozesses muss es sein, allen Kindern in Stuttgart den Zugang zu Kitaplätzen zu ermöglichen. Diese Plätze sind nicht nur eine Betreuungsmöglichkeit für Kinder, sondern frühkindliche Bildung, die die Grundlage für die individuelle Entwicklung und den erfolgreichen Start in die Schullaufbahn bildet. Der Zugang ist daher von entscheidender Bedeutung, um Chancengleichheit von Anfang an zu gewährleisten. Eltern dürfen nicht jeden morgen bangen müssen, ob sie heute zur Arbeit können und auch Kinder - vor allem aus belasteten Familien - brauchen die Sicherheit, dass sie jeden Tag willkommen sind. Eine gut funktionierende Kindertagesbetreuung ist für viele Familien eine Voraussetzung, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können, und nicht zuletzt auch notwendige Bedingung für das Funktionieren unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands. Darüber hinaus darf bei der Weiterentwicklung der Kitas die Qualität der frühkindlichen Bildung und die Arbeitsbedingungen der pädagogischen Fachkräfte, die diese Qualität ermöglichen und tagtäglich an der optimalen Förderung eines jeden Kindes arbeiten, nicht aus dem Blick verloren werden.

Insgesamt ist es daher unerlässlich, dass alle möglichen Schritte zur Stärkung der Kitas in Stuttgart ergriffen und ein konsequenter Weiterentwicklungsprozess vorangetrieben wird. Die bisherigen Strukturen und Formate reichen zum Gelingen offensichtlich nicht aus, dass hat zuletzt auch die Debatte über die GRDrs 108/2024 gezeigt. Statt vergeblicher Kommunikationsversuche ist echte Partizipation aller beteiligten Gruppen auf Augenhöhe zum Gelingen zwingend notwendig. Eine aktive Beteiligung von Eltern und pädagogischen Fachkräften, aber auch des Gemeinderats, ist dabei von großer Bedeutung, um bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln und eine breite Akzeptanz der Maßnahmen sicherzustellen. In einem ersten Schritt ist daher zunächst ein politischer Beschluss zu weiteren Vorgehen herbeizuführen.

Wir beantragen daher:

Die Verwaltung legt dem Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung in Stuttgart vor. Dieser soll neben den Zielen des Prozesses, eine Beschlussfassung über eine überarbeitete Projektstruktur, kurz-, mittel- und langfristig zu bearbeitende Themen, sowie erste Erprobungsmaßnahmen enthalten.

Hierbei werden u.a. folgende Aspekte aufgegriffen:

  1. Die Vertretungen von Eltern und Beschäftigten werden stärker im Prozess beteiligt.
  2. Der von Familien benötigte Betreuungsumfang wird zügig erhoben.
  3. Die pädagogischen Fachkräfte werden zu ihren Arbeitsbedingungen und möglichen Verbesserungsvorschlägen befragt.
  4. Es wird ein Konzept für ergänzende Betreuungsangebote im Anschluss an die Kita vor, die beispielweise von Vereinen, anderen Trägern und Einrichtungen im Sozialraum erbracht werden, erstellt.
  5. Bei allen VÖ-Angeboten wird künftig auch ein Mittagessen und die Möglichkeit zum Mittagsschlaf angeboten.
  6. Kindertageseinrichtungen werden grundsätzlich so gebaut, dass auch ein Ganztagesangebot möglich wäre.
  7. Die pädagogischen Fachkräfte werden von nicht-pädagogischen Tätigkeiten (z.B. Verwaltung und Hauswirtschaft) entlastet. Zudem sollen für besondere Herausforderungen personelle Ressourcen verschiedener Professionen bereitgestellt werden (z.B. Sonderpädagog*innen und Kita-Sozialarbeit).
  8. Der Qualitätsentwicklungsfonds wird um einen Förderschwerpunkt für innovative Kita-Projekte ergänzt.
  9. Zur Qualitätssicherung werden Kindheitspädagog*innen gezielter eingesetzt. Hierzu wird eine spezielle Aufgabenbeschreibung mit Eingruppierung in S12 (vgl. Klassenkoordinator*innen in Ganztagsgrundschulen) erarbeitet.
  10. Die (stellvertretenden) Kita-Leitungen in städtischen Einrichtungen werden grundsätzlich nach der Anzahl der Kinder, die in der Betriebserlaubnis zugrunde gelegt ist, eingruppiert. Hierbei sollen die Standards der Stadt Stuttgart (z.B. Faktorisierung, Leitungsfreistellungen) und Besitzstände erhalten bleiben.
 

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