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Anträge Oktober 2020


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Situation der Verlage und des Buchhandels in Stuttgart

12. Oktober 2020

Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion

Auch wenn es in der öffentlichen Debatte oft nicht so wahrgenommen wird, so ist Stuttgart doch ein wichtiger Verlagsstandort in Deutschland. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Stuttgart sowohl bei der Anzahl der Verlage als auch bei den Erstveröffentlichungen auf Platz 1 in Deutschland. Wenn man die Absolutzahlen nimmt, liegt Stuttgart nach Berlin und München auf Platz 3 und damit noch vor Hamburg, Köln und Frankfurt; Gleiches gilt für die Titelproduktion bei Erstauflagen. Nicht nur die Zahl der Verlage ist beeindruckend, sondern auch deren Qualität: So wurde der Stuttgarter Alfred-Kröner-Verlag im letzten Jahr für seine hervorragende gesamtverlegerische Tätigkeit mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet. Bei der Anzahl der Buchhandlungen liegen wir – bezogen auf die Anzahl der EinwohnerInnen – mit Köln auf Platz 2, nach Frankfurt am Main.

Diesen Positivmeldungen stehen aber zunehmend auch negative Meldungen gegenüber: Die Insolvenz des Grossisten KNV hat die Verlagsbranche und den Buchhandel nachhaltig erschüttert; mit J.B. Metzler verlässt Stuttgarts ältester Verlag die Stadt und mit dem Rückzug der ältesten Buchhandlung Stuttgarts (Steinkopf) aus der City verringert sich die Verkaufsfläche für Bücher weiter.

Für eine gute Versorgung mit Büchern ist vielen Menschen auch eine fachlich fundierte Beratung wichtig. Der stationäre Bucheinzelhandel ist dabei auf hervorragend ausgebildete Buchhändlerinnen und Buchhändler angewiesen. Die Einzelbuchhandlungen erfüllen oft eine dezentrale Grundversorgungsfunktion. Damit dies auch weiterhin gewährleistet wird, muss die Ausbildung in Stuttgart verbleiben. Dies scheint von Jahr zu Jahr in Frage zu stehen, was unnötig Unsicherheit bei den ausbildenden Buchhändlerinnen und Buchhändlern schürt.

Wir bitten die Verwaltung angesichts der herausragenden Bedeutung des Verlagswesens in und für Stuttgart, im Ausschuss für Kultur und Medien über die aktuelle Lage zu berichten. Insbesondere bitten wir um Darstellung der Verankerung des Themas innerhalb der Stadtverwaltung sowie um Darlegung, ob und wenn ja, welche Maßnahmen neben den Stuttgarter Buchwochen unternommen wurden bzw. geplant sind, um das Kulturgut Buch zu stützen.

Sollte es bisher keine Konzepte zur Stärkung des Verlagsstandortes Stuttgart geben, bitten wir um Vorschläge, was für deren Erstellung nötig wäre – neben Förderkonzepten könnten wir uns auch beispielsweise eine Marktstudie vorstellen. Nach Möglichkeit sind zu der Sitzung die jeweiligen Verbände wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels einzuladen.

Darüber hinaus bitten wir die Verwaltung, im Schulbeirat die Ausbildungssituation im Buchhandelsbereich und bei den Verlagskaufleuten vorzustellen. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, auch bei einem Unterschreiten der Mindestteilnehmendenzahl von acht Azubis, das Ausbildungsangebot in Stuttgart fortzuführen? Gibt es Pläne, das Ausbildungsangebot nach Heidelberg abzugeben?

 

 

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