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Die Kultur in der Not retten

Veröffentlicht am 08.04.2020 in Standpunkte
Dejan Perc

Die aktuelle Krisensituation trifft uns alle. Ob im Privaten oder im Geschäftlichen, es ist allerorten zu spüren, dass die Ausgangsbeschränkungen sowie die Schließungen von Geschäften und Locations große Auswirkungen haben. Was den gesellschaftlichen Aspekt der Krise betrifft, so wird sich der vermutlich erst später deutlicher zeigen. Im Moment überwiegen wirtschaftliche Sorgen und Nöte. Bund, Land und Stadt haben beherzt Hilfsprogramme aufgelegt, die viele Schmerzen schnell lindern helfen.

Es bleibt aber die Sorge, dass einige dennoch durch das Raster fallen und in existenzielle Nöte geraten. Gerade in unserem kommunalen Handlungsbereich wurde ein 5-Millionen-Programm aufgelegt, das Sport und Kultur helfen soll.

Nun wird es darauf ankommen, wie genau der Kulturbegriff verstanden wird. Zur Kultur gehören nicht nur klassische Angebote wie beispielsweise Tanz und Theater. Auch die Nachtkultur ist wesentlicher Bestandteil ebenso wie die Interkultur. Damit wir die Attraktivität Stuttgarts erhalten, benötigen wir ein Unterstützungsinstrument, das diesen beiden Bereichen gerecht wird.

Betreiber von Locations, die bisher keine städtische Unterstützung erhalten haben, stehen vor dem Aus, wenn sie Mieten zahlen müssen, ohne Veranstaltungen anbieten zu können. Migrantenvereine, die gleichfalls ganz überwiegend keine städtische Grundförderung erhalten, sind auch von den Schließungen betroffen und haben oft nur Einnahmen aus Veranstaltungen zur Finanzierung ihrer Miete.

Wir sehen es daher als notwendig an, einen Fonds Mietkostenzuschuss ins Leben zu rufen, der sich jetzt an der (teilweisen) Übernahme der Mietkosten beteiligt, um die größte Not zu lindern und um das Überleben wichtiger und guter Angebote zu sichern.

 

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