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Unser Programm für Stuttgart (2014-2019)


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Bildung – Worum es uns geht

Für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten hat die Bildungspolitik die Aufgabe, möglichst allen Menschen gute Lebenschancen zu eröffnen. Diese Chancen junger Menschen auf eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit hängen in der Wirklichkeit des Jahres 2014 ganz entscheidend davon ab, ob sie in der Familie, im Kindergarten, in der Schule, im Betrieb oder in der Hochschule gut gefördert werden.

1. Familien unterstützen

Stuttgart soll eine Stadt sein, in der Familien gerne leben, denn eine gute Zukunft Stuttgarts ist ohne Familien mit Kindern und mit Großeltern nicht vorstellbar. Für uns ist dabei klar, dass wir niemandes persönlichen Lebensstil infrage stellen. Familie ist da, wo Menschen persönlich füreinander Verantwortung übernehmen.

Alleinerziehende mit Kindern brauchen unsere Unterstützung in besonderem Maße. Sie sind im Beruf und zu Hause besonders gefordert, und das gilt für Väter und Mütter gleichermaßen. Deshalb wollen wir Eltern bei der Erziehungsarbeit unterstützen: durch den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung und durch Ganztagsschulen. Wir wollen Familien mit Kindern auch finanziell entlasten. Langfristig halten wir zum Beispiel an dem Ziel fest, alle Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Hochschule gebührenfrei zu stellen. Wir wollen einen Ausbau von „Frühen Hilfen“ zur frühen Förderung von Familien.

2. Kindertageseinrichtungen ausbauen

In den letzten Jahren ist es uns gelungen, das ehemals große Defizit bei Betreuungsplätzen für Kleinkinder in unserer Stadt zu reduzieren. Im nächsten Jahr können wir in Stuttgart für rund 60 Prozent aller Kleinkinder einen Platz anbieten, dies auch Dank deutlich gestiegener Zuweisungen durch die neue Landesregierung. Wir gehen aber davon aus, dass dies nicht ausreichen wird. Deshalb werden wir uns für den weiteren Ausbau der frühkindlichen Betreuung einsetzen, bis wir einen Versorgungsgrad in Stuttgart von 75 Prozent erreichen.

Die freien Träger sehen wir dabei – neben unserem städtischen Träger – als verlässliche Partner im Rahmen der Subsidiarität. Wir werden uns weiterhin für deren faire Förderung einsetzen.

Neben diesen quantitativen Verbesserungen geht es uns darum, die pädagogische Qualität unserer Betreuungs- und Bildungsangebote weiter zu verbessern. Wir wollen daher alle Kitas in Stuttgart Schritt für Schritt zu Kinder- und Familienzentren weiterentwickeln und die Sprachförderung in unseren Kindertagesstätten ausbauen. Denn das Erlernen der deutschen Sprache ist eine wesentliche Grundlage für die erfolgreiche Teilhabe an unserer Gesellschaft. Langfristig wollen wir auch die Personalschlüssel verbessern und Gruppengrößen in den Einrichtungen verkleinern.

Darüber hinaus möchten wir die Anforderungen der veränderten Arbeitswelt sowie moderner Familienstrukturen aufnehmen. Im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzen wir uns für erweiterte und flexiblere Öffnungszeiten sowie für die Samstagsöffnung von Kita-Einrichtungen ein.

Dabei nützen die schönsten Plätze nichts, wenn es nicht genügend qualifizierte Pädagoginnen und Pädagogen gibt, die die Kinder tatsächlich betreuen. Wir freuen uns daher, dass unsere langjährige SPD-Initiative auf Gewährung einer Zulage für Erzieherinnen und Erzieher in den letzten Haushaltsberatungen im Rathaus erfolgreich war. Nun geht es darum, aus dieser Zulage für die Zukunft eine strukturelle Höherstufung zu machen, um sie dauerhaft zu sichern. Wir bleiben dabei: Die kinderfreundlichste Stadt entsteht nicht in Hochglanzprospekten, sondern nur mit hochwertiger Bildung und Betreuung. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen deshalb unseren erfolgreichen Weg der letzten Jahre fortsetzen.

3. Schulen weiterentwickeln

Die Schullandschaft insgesamt befindet sich in einem Umbruch. Mit der Gemeinschaftsschule ist ein neues pädagogisches Angebot entstanden. Immer weniger Eltern wollen ihre Kinder auf einer Werkrealschule sehen. Im Gegensatz dazu erfreuen sich die Gymnasien einer immer weiter steigenden Beliebtheit. Hinzu kommt, dass immer mehr Eltern ein Ganztagsangebot für ihre Kinder wünschen. Schließlich sollen Schulkinder mit Behinderungen die Möglichkeit bekommen, gemeinsam mit Kindern ohne Behinderungen an der Regelschule unterrichtet zu werden (Inklusion).

Leider ist die große Mehrzahl der Stuttgarter Schulgebäude nach wie vor in einem schlechten baulichen Zustand. Das maßgeblich von der SPD durchgesetzte Schulsanierungsprogramm macht endlich Schluss mit zum Teil unhaltbaren Zuständen an unseren Schulen.

Die Kinder, die in Stuttgart aufwachsen, leben in ganz unterschiedlichen Familien: reicheren und ärmeren, belesenen und weniger belesenen, mehrsprachigen und ausschließlich Deutsch sprechenden. Die Vielfalt der familiären Verhältnisse ist so groß wie in kaum einer anderen europäischen Großstadt. Die Gemeinschaftsschule, die immer auch Ganztagsschule ist, bietet aus unserer Sicht genau die Lernformen an, die allen Kindern gerecht werden – den Lernstärkeren und den Lernschwächeren. Die Gemeinschaftsschule ist genau das richtige pädagogische Angebot für eine so vielfältige Stadt wie Stuttgart.

Aus all diesen Gründen unterstützen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten die Stuttgarter Schulen, die dies wollen, auf ihrem Weg zur Gemeinschaftsschule. Die erste Stuttgarter Schule ist bereits am Start, und im Schuljahr 2014/2015 kommen weitere hinzu. Wir wollen im Jahr 2020 mindestens jedem dritten Kind einen Platz in einer Gemeinschaftsschule anbieten.

Neben der Gemeinschaftsschule wird es auch über das Jahr 2020 hinaus Stuttgarter Realschulen mit einem eigenständigen Profil geben. Die Realschulen leisten im Rahmen ihrer Möglichkeiten bereits heute eine hervorragende Arbeit mit sehr heterogenen Schulklassen.

Wo verschiedene Schularten nahe beieinander sind, unterstützen wir Campus-Lösungen, bei denen zum Beispiel Fachräume, Turnhallen, Mensen oder Lernhäuser gemeinsam genutzt werden. Wenn dabei langfristig das Interesse an einer Gemeinschaftsschule entsteht, unterstützen wir das.

In Stuttgart wechseln heute fast 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler aus der vierten Klasse aufs Gymnasium, das damit die mit Abstand am meisten nachgefragte Schulart Stuttgarts ist. Wir Sozialdemokra­tinnen und Sozialdemokraten wollen das pädagogische Angebot unserer Gymnasien und die Möglichkeiten für gute Mittagessensangebote wie an allen Schularten weiter ausbauen.

Auch an Gymnasien ist das Lerntempo von Kindern unterschiedlich. Die schulischen Anforderungen müssen Platz lassen für außerschulische Aktivitäten und die Pflege spezieller Interessen. Wir haben uns deshalb dafür stark gemacht, dass es auch in Stuttgart wieder ein Angebot von G-9 Zügen zum Abitur gibt. Dass dies richtig war, bestätigt die starke Nachfrage. Unser Ziel ist es, Anreize zu setzen, dass auch Stuttgarter Gymnasien sich dazu entscheiden, Gemeinschaftsschulen zu werden. Ein erster Schritt ist die Zusammenarbeit der Gymnasien mit anderen Schulen in Schulcampus. Diese Zusammenarbeit fördern wir aktiv.

Mit Ganztagsschulen mehr Zeit für die Förderung der Schulkinder

Bis 2020 können sich alle Grundschulen entscheiden, ob sie in Zukunft eine Ganztags- oder eine Halbtagsschule sein möchten. 17 Grundschulen sind bereits heute Ganztagsschule. 16 weitere Grundschulen sind sogenannte Schülerhäuser, eine Vorstufe auf dem Weg zur Ganztagsschule. Die meisten Grundschulen in Stuttgart möchten in Zukunft für mindestens einen Klassenzug ein Ganztagsangebot offerieren.

Die Ganztagsschule bietet zum einen den optimalen pädagogischen Rahmen für ein gutes Lernen aller Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft. Außerdem entlastet sie Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind oder sein wollen. Wir unterstützen deshalb die Schulen, die sich auf den Weg zur Ganztagsschule machen. Gleichzeitig wollen wir eine starke Einbindung von Sportvereinen, Jugendverbänden und weiteren Institutionen in die praktische Arbeit der Ganztagsschulen. Für eine geraume Zeit muss es für diese Einrichtungen eine beratende Anlaufstelle geben, um diese Einbindung in den Ganztagsschulbetrieb zu ermöglichen. Falls gewünscht, sollen die Grundschulen neben einem echten Ganztagszug bis 16 Uhr auch ein flexibles Halbtagsangebot bis 14 Uhr anbieten können.

Als Stuttgarter SPD setzen wir uns dafür ein, dass mittelfristig zumindest an allen Grundschulen Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen zur Verfügung gestellt wird; längerfristig auch kostenlos.

Berufliche Schulen und duale Ausbildung

Gute Berufliche Schulen sind unverzichtbar für ein funktionierendes duales Ausbildungssystem, dem Garanten für die von Mittelstand, Industrie und Handwerk dringend benötigten gut ausgebildeten Fachkräfte. Im Zentrum steht auch bei beruflichen Schulen die Bildung zu selbstbestimmten Menschen. Wir wollen die Schulen so ausstatten, dass sie eine optimale Ausbildung anbieten können. Die bundesweit bekannte Landwirtschaftliche Schule Hohenheim muss als Teil eines grünen Kompetenzzentrums in Hohenheim erhalten bleiben.

Das Angebot an öffentlichen Beruflichen Gymnasien sollte so weiterentwickelt werden, dass alle Bewerberinnen und Bewerber, die die Voraussetzungen erfüllen, auch aufgenommen werden können.

Für Schülerinnen und Schüler, die eine ein- oder zweijährige Fachschule besuchen, sollte das an die Stadt Stuttgart zu entrichtende Schulgeld entfallen.

Privatschulen

Die kommunale Förderung von Privatschulen wird die SPD deutlich einschränken. Eine Kürzung der Zuschüsse auf das gesetzlich dafür vorgeschriebene Maß lässt Spielräume zur Förderung öffentlicher Schulen zu. Diesen Spielraum wollen wir nutzen, um eine gute Bildung unabhängig von Geldbeutel und sozialem Status zu erreichen.

Schulsozialarbeit

Die Schulsozialarbeit ist ein schul- und sozialpolitisches Erfolgsmodell. Durch den Wiedereinstieg des SPD-geführten Landessozialministeriums in die Regelförderung konnten wir die Zahl der betreuten Schulen bereits deutlich ausbauen. Wir wollen die Schulsozialarbeit bedarfsgerecht und Schritt für Schritt auf die gesamte Stuttgarter Schullandschaft ausweiten.

4. Den Hochschulstandort Stuttgart stärken

Stuttgart ist ein bedeutender Hochschulstandort. Neben den Universitäten Stuttgart und Hohenheim gibt es zahlreiche weitere öffentliche Hochschulen wie die Duale Hochschule Baden-Württemberg, die Staatliche Akademie der Bildenden Künste, die Staatliche Akademie für Musik und Darstellende Kunst, die Hochschule der Medien und die Hochschule für Technik. Im Gemeinderat wird sich die SPD dafür einsetzen, dass der Hochschulstandort Stuttgart in seiner Vielfalt erhalten bleibt. Gegenüber der Landesregierung Baden-Württemberg werden wir uns vor allem dafür starkmachen, dass die Universität Stuttgart als Volluniversität mit ihrem breiten Studienangebot bestehen bleibt. Auch für die Musikhochschule fordern wir den Erhalt all ihrer etablierten Studiengänge. Wir sind fest davon überzeugt, dass diese ausdifferenzierte Hochschullandschaft für das kulturelle Leben Stuttgarts von großer Bedeutung ist.

Allerdings sind wir der Auffassung, dass zwischen den verschiedenen Hochschulen zu wenig Kooperation stattfindet. Wir schlagen deshalb vor, Leitprojekte zu schaffen, bei denen alle Seiten und auch die Stadt in einer besonderen Weise profitieren. Angesichts der Dringlichkeit der Energiefrage schlagen wir ein Leitprojekt „Energiewende in Stuttgart” vor. An diesem Projekt sollen neben der Stadt und den Universitäten auch die anwendungsorientierten Forschungsinstitute, die Stadtwerke sowie Verbraucher- und Umweltverbände und natürlich auch die Industrie beteiligt sein. Ziel eines solchen Projektes ist es, einen Plan für die Energiewende in Stuttgart zu entwerfen und in einzelne realisierbare Schritte aufzuteilen, die dann schnell und praxisorientiert umgesetzt werden können.

Um den Hochschulstandort Stuttgart zu stärken, ist es für uns besonders wichtig, die Stadt für Studierende attraktiv zu gestalten. Dies erfordert zum Beispiel ein reichhaltiges kulturelles Angebot, ein deutlich günstigeres und weitreichenderes Studi-Ticket und bezahlbare Wohnungen.

Die Stadt Stuttgart unterstützt das Studentenwerk bei der Schaffung von neuen Studierendenwohnheimen, indem sie günstige und zentrale Gebäude anbietet.

5. Den zweiten Bildungsweg sichern

Der sogenannte „Zweite Bildungsweg“ bietet einer großen Zahl von Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern Bildungschancen über nachgeholte Schulabschlüsse. Die Stadt Stuttgart muss diesen Bildungsgängen dauerhaft gute Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen. Dafür tritt die Stuttgarter SPD ein.

 
 

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